Unsere Obstwiese

Unsere Obstwiese ist 3800 m² groß und liegt im Landschaftsschutzgebiet in Krefeld-Fischeln an der Straße "Im Witschen".

Dort haben wir im Winter 1998 23 hochstämmige Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen, außerdem Walnuß und Esskastanie gepflanzt. Auch 2 Pfirsichbäume stehen auf unserer Obstwiese. Als Begrenzung wurden 2- und 3-reihige Naturhecken mit über 500 verschiedenen Sträuchern in 30 Arten angelegt. Zusätzlich gibt es noch etliche Spaliere und Ballerinas und natürlich auch einen Gemüse- und einen Kräutergarten, viele Rosen und einige Staudenbeete.

Unser Grundstück liegt auf der früheren Niederterrasse eines Altrheinarmes. Deshalb ist hier der Grundwasserspiegel relativ hoch. Einige Nachbarn erzählen, dass zum letzten Mal 1952 das Grundwasser auf der Oberfläche stand. Durch Entwässerungsmaßnahmen und allgemeines Absinken des Grundwassers haben wir jetzt einen Grundwasserstand von 1 m unter Flur im Winter und 3-4 m unter Flur im Sommer. Unsere Kopfweiden finden das Klasse aber für Obstbäume sind diese Bedingungen nicht optimal. Da wir hauptsächlich robuste Obstsorten ausgewählt  haben, wachsen und gedeihen die meisten Bäume trotzdem.

Der Mutterboden auf unserer Obstwiese ist schwerer, feuchter und kalter Lehmboden und an den meisten Stellen nur einen Spatenstich tief. Dann kommen 30-40 cm sehr tonhaltiger Lehm und darunter erkennt man den Sand und Kies des früheren Altrheinarmes. In ca. 6 m Tiefe beginnt eine weitere mächtige Lehmschicht, die wahrscheinlich bis auf 20 m herunterreicht. Unseren Brunnen haben wir 6 m tief gebohrt und auf die 2. Lehmschicht aufgesetzt. Bis jetzt hatten wir auch in trockenen Sommern immer reichlich Wasser.

Durch frühere Nutzung ist der ph-Wert des Bodens auf 4-5 gesunken. Kompostgaben und Mulchen helfen uns dabei, den Boden zu verbessern und den ph-Wert anzuheben.

Unser Grundstück liegt 2-3 m tiefer als die Umgebung. Deshalb haben wir im Herbst und Winter häufig Bodennebel und es bilden sich Kaltluftseen. Die Spätfrostgefahr im Frühjahr ist bei uns höher als in der Nachbarschaft und es erfrieren schon mal die Pfirsich- und Pflaumenblüte. Auch den einen oder anderen frühblühenden Apfel hat es schon erwischt.

Mittlerweile ernten wir schon reichlich Äpfel von unseren eigenen Bäumen. Dieses Jahr waren es 450 kg, die wir zu 225 l Apfelsaft verarbeitet haben. Jetzt gibt es bis zur nächsten Ernte eigenen Apfelsaft. Von den Heckenpflanzen ernten wir Haselnüsse, Sanddorn, Schlehen und Mispeln. Für die Vögel gibt es zusätzlich noch Hagebutten, Kornelkirschen und Vogelbeeren und die Eichhörnchen bedienen sich natürlich auch an den Nüssen.

Gemäht wird unsere Wiese einmal im Jahr, meistens im Oktober oder November. Früher mußten wir hierzu den Freischneider nehmen und anschließend das Gras auf große Haufen zusammenharken. Seit letztem Jahr haben wir einen Wiesenmäher, der auch hüfthohes Gras, Brennesseln und Brombeeren schafft und gleichzeitig häckselt und mulcht. Eine echte Arbeitserleichterung. Die Wege werden natürlich häufiger gemäht. Schließlich wollen wir so viel Zeit wie möglich auf unserer Obstwiese verbringen und ohne Wege würde man sich leicht im hohen Gras verirren.